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Matratzen und Zwischenbilanz

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Einen Punkt des vorherigen Blogs von Geri muss ich präzisieren: Wir kaufen nicht "neue" Matratzen fürs Mütterhaus , sondern "überhaupt". Denn bis anhin haben die hochschwangeren Frauen auf Metallrosten geschlafen (Bild s. unten). Gestern fuhren wir mit zwei Pick-ups nach Kafue , der nächstgrösseren Stadt, und haben also Matratzen und zwei Elektro-Herde fürs Mütterhaus gekauft. Leider gabs in der ganzen Stadt weder Leintücher noch Matratzenschoner dazu. Diese besorgen nun meine Eltern bei Ikea und geben sie einer Fuhr Hilfsgüter mit, die Anfang September in Lusaka ankommen sollte.  Heute beim Frühstück haben Geri und ich eine Afrika-Zwischenbilanz gezogen: Was macht uns Freude? Was stresst uns? Was haben wir in den letzten Wochen gelernt? Das Schöne zuerst: die Fröhlichkeit, die Zugewandtheit und die Liebenswürdigkeit der Menschen sind unvergleichlich. Sie haben das in ihrer DNA, obwohl sie Gründe zuhauf hätten, hässig und miesepetrig zu sein. Kein Wasser? Das kommt...

Ankunft im Chikankata Mission Hospital

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African Time nennt man das. Abgemacht war, dass man uns um 13.30 Uhr am Flughafen in Lusaka abholt. Losgefahren sind wir dann drei Stunden später. Während unserer bisher fünf Wochen in Afrika haben wir gelernt: Zeit ist hier nicht Geld, wie in der gehetzten Schweiz. Zeit ist in Afrika einfach Teil des Lebens – reichlich vorhanden und etwas, das man mehr oder weniger einhält. Trotz der Verspätung hat unser Fahrer aber überhaupt keine Eile. Unterwegs hält er noch an, kauft eine Matratze und stemmt sie hinten in den Pick-up, in dem wir ohnehin schon ziemlich eingeklemmt sitzen. Immerhin sind wir zahlende Fahrgäste. 😂 So kommen wir nach etwas mehr als sechs Stunden in Chikankata an, mitten im Busch. Die letzten zweieinhalb Stunden fahren wir auf einer Unterlage, die man auch mit viel Fantasie nicht mehr als Strasse bezeichnen kann. Wir klammern uns an unsere Sitzbänke, natürlich ohne Sicherheitsgurte, um die heftigsten Schläge abzufedern. Ab und zu muss der Fahrer sogar anhalten, weil er ...

Chobe-Nationalpark: Afrika pur

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Botswana liegt nur eine knappe Autostunde von Livingstone entfernt. Wir haben die Gelegenheit benutzt, um einen Tagesabstecher in den Chobe-Nationalpark zu machen. Er ist 10'500 km2 gross und liegt in Namibias Caprivizipfel, der die vier Länder Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe vereint. Für mich ists einer der schönsten, wenn nicht sogar der schönste Nationalpark, den ich je besucht habe. Vor vier Jahren waren wir hier, die Erwartungen waren entsprechend hoch. Im Park leben über 120'000 Elefanten, aber auch Raubkatzen, Antilopen, Zebras, Hippos, Krokodile. Er liegt am Chobe River, was zusätzlich zur Safari zu Land eine zu Wasser möglich macht.  Mit dem offenen Jeep brausten wir durch den roten Sand, über den Fluss im Blick das Ufer Namibias. Schon bald sahen wir erste Elefanten. Teilweise so nah, dass unsere Rangerin uns strikt befahl, sie bloss nicht zu berühren. Denn gross ist die Versuchung, die Hand nach ihnen auszustrecken.  Löwensichtungen sind auf Game Drives...

Nett, netter, am nettesten

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Erkenntnis nach sechs Wochen Afrika: Ich bin nett. Präziser: netter. Afrika macht etwas mit einem. Ist man vom ersten Buttertoast am Morgen bis zur Taxifahrt am späten Abend der Charmeoffensive dieser Menschen ausgesetzt, wird man so. Überschüttet von Herzlichkeit und Fröhlichkeit, fühlt man sich wertgeschätzt und wohl. Einfach glücklich. Wir sind in Sambia, die Tage in unserer Lodge in Livingstone plätschern dahin. Am Morgen Youtube-Frühsport: Geri mit seinem bleichen Österreicher, der sich ständig das Shirt vom Leib reisst, ich gemächlicher mit Yoga und Meditation im kalten, feuchten Gras. Dann arbeiten wir an einem der wackligen Tische im schönen Garten und hören das Vogelgezwitscher in den Bäumen und das Geplapper aus der Küche. Dazwischen Cappuccino im Kubu Café, tief ins durchgesessene Sofa versunken, meine Lieblingsmusik im Hintergrund. Administratives gibts auch zu erledigen: Geld wechseln, eine lokale SIM kaufen - beides verschlingt Stunden. Aber am Schluss klappts irgendwie i...

Vicfalls, Geburtstag und Abschied

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Viel ist seit dem letzten Blog geschehen: Am Sonntag haben wir uns zu acht mit neun grossen Koffern und sieben Rucksäcken in einen Fünfplätzer gequetscht und sind über Schotterstrassen nach Bulawayo zurückgefahren. In einer Lodge mit heissem (!) Wasser und schönem Garten haben wir uns dann etwas vom doch sehr spartanischen Masiye Camp erholt. Ausserordentlich geschätzt haben wir sechs Volunteers auch das abwechslungsreiche Essen nach zehn Tagen Maisbrei und Reis.  Am Dienstag schliesslich Flug nach Victoria Falls. Und am Abend dann absolutes Afrika-Feeling: Diner Sunset Cruise auf dem Sambesi. Das Schiff glitt geräuschlos über den Fluss, Hippos glupschten aus dem Wasser, die Sonne versank glutrot am Horizont.  Ich habe ja schampar gern Geburtstag - so viele nette Menschen schreiben, rufen an, überraschen mich (eigentlich schade, wird man dabei älter). Hier in Afrika war mein Tag dann aber noch etwas spezieller. Wir haben chic Kaffee getrunken, die Victoria-Fälle besucht und...

Goodbye!

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  Haben wir die Kinder nicht eben erst im Camp willkommen geheissen? Und nun reisen sie bereits wieder ab. Sie werden regelrecht in die Kleinbusse geschichtet. Von aussen sieht man durch die Fenster nur noch ein Gewirr aus Gepäckstücken, Gesichtern, Armen und Beinen. Den Kindern scheint der Abschied etwas leichter zu fallen als uns. Für uns ist dieser Moment sehr emotional. In Gedanken begleiten wir sie auf ihrem Heimweg. Welche Chancen werden sie haben? Werden sich ihre Träume erfüllen? Welches Leben liegt vor ihnen – allein und ohne Eltern, in einem Land, in dem die Arbeitslosigkeit teilweise bis zu 95 Prozent beträgt? In dieser Woche ging es darum, den Waisenkindern zu vermitteln, dass sie wertvoll sind, Hoffnung für ihre Zukunft haben, ihre Fähigkeiten entdecken können und trotz ihrer schwierigen Erfahrungen stark werden können. Ist es dem Leitungsteam gelungen? Konnten auch wir einen kleinen Beitrag dazu leisten? Und wie werden die Kinder sich an uns erinnern? Die Kind...

Too much!

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Seit zwei Tagen habe ich Bläschen im Mund, und sie fühlen sich so wohl, dass sie bereits fröhlich meinen Hals und mein Ohr besiedeln. Jedenfalls gehe ich kurz beim Medical Center vorbei, das hier im Masiye Camp zur Verfügung steht. Die Praxisassistentin ("Nurse") misst meinen Blutdruck, ich frage: "Am I still alive?", und sie fällt vor Lachen schier vom Stuhl. Dann stellt sie mich auf die Waage und sagt lakonisch: "Too much!" Das Wartezimmer brüllt vor Lachen, und ich hoffe, sie tun es deshalb, weil sie alle im Schnitt doppelt so schwer sind wie ich. Danach werde ich im Teamwork gemessen, alle Frauen im Wartezimmer helfen mit. Nun, wir habens recht lustig miteinander, sie wollen wissen, obs mir in Simbabwe gefällt ("Ja!") und wo mein Mann ist (?). Die Ärztin entlässt mich schliesslich mit irgendwelchen Pillen und einem handgeschriebenen Fackel, den ich meinem Mann geben soll, damit er wisse, wie schwer ich sei. 😆