Ankunft im Chikankata Mission Hospital

African Time nennt man das. Abgemacht war, dass man uns um 13.30 Uhr am Flughafen in Lusaka abholt. Losgefahren sind wir dann drei Stunden später. Während unserer bisher fünf Wochen in Afrika haben wir gelernt: Zeit ist hier nicht Geld, wie in der gehetzten Schweiz. Zeit ist in Afrika einfach Teil des Lebens – reichlich vorhanden und etwas, das man mehr oder weniger einhält.

Trotz der Verspätung hat unser Fahrer aber überhaupt keine Eile. Unterwegs hält er noch an, kauft eine Matratze und stemmt sie hinten in den Pick-up, in dem wir ohnehin schon ziemlich eingeklemmt sitzen. Immerhin sind wir zahlende Fahrgäste. 😂

So kommen wir nach etwas mehr als sechs Stunden in Chikankata an, mitten im Busch. Die letzten zweieinhalb Stunden fahren wir auf einer Unterlage, die man auch mit viel Fantasie nicht mehr als Strasse bezeichnen kann. Wir klammern uns an unsere Sitzbänke, natürlich ohne Sicherheitsgurte, um die heftigsten Schläge abzufedern.

Ab und zu muss der Fahrer sogar anhalten, weil er durch den aufgewirbelten Staub in der Dunkelheit nichts mehr sieht. Selbst Sybille, die unter Flugangst leidet, kommt irgendwann zum Schluss, dass der Flug mit der nicht gerade vertrauenserweckenden Propellermaschine von Livingstone nach Lusaka wohl doch um einiges sicherer gewesen war.

Nach dem eher luxuriösen Leben im Hotel sind wir nun wieder in der afrikanischen Wirklichkeit angekommen. Wir beziehen unser einfaches Zimmer und schlagen als erstes ein paar Kakerlaken tot und vertreiben ein paar blitzschnelle schwarze Spinnen. Warmes Wasser gibt es hier nicht - und kaltes auch nur bis neun Uhr morgens und dann wieder ab fünf Uhr abends. African Time natürlich. Immerhin ist es nicht mehr ganz so schlimm, dass es keine Heizung hat, die Nächte sind nun etwas wärmer. Aber wir werden herzlich bekocht, obwohl das Unverständnis gross ist, dass wir kein Fleisch essen. 

Das von der Heilsarmee betriebene Chikankata Mission Hospital liegt im rund 125 Kilometer südlich der Hauptstadt Lusaka entfernt. Die Klinik befindet sich mitten im Busch, rund 31 Kilometer abseits der nächsten befestigten Hauptstrasse. 

Für die Menschen in dieser abgelegenen Region ist das Spital eine wichtige, oft die einzige erreichbare Anlaufstelle. Es bietet ambulante und stationäre Behandlung, Notfallversorgung, Geburtshilfe und Mutter-Kind-Medizin, Chirurgie, Zahnmedizin, Physiotherapie, Labor- und Apothekendienste sowie Ultraschall und Röntgen. Dazu kommen spezialisierte Angebote wie HIV-/AIDS-Behandlung, Tuberkulose- und Epilepsieversorgung.

Unsere Aufgabe hier ist es, medizinische Geräte, die ausgedient haben und aus Spitälern in der Schweiz und Deutschland geliefert wurden, wieder instand zu setzen und funktionsfähig zu machen. Ausserdem möchten wir das Mother’s Shelter, in dem schwangere Frauen auf die Geburt warten, mit einem Kochherd und neuen Matratzen ausstatten. Gleichzeitig warten wir auf eine Lieferung aus der Schweiz, die unter anderem medizinisches Equipment aus dem Spital Uster und dem Kinderspital enthält.

Wir berichten laufend über diese Projekte.



Das Chikankata Mission Hospital


Garten vor unserem Zuhause (aussen schöner als innen) 😀



Noch etwas skeptisch 😏






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