Nett, netter, am nettesten
Erkenntnis nach sechs Wochen Afrika: Ich bin nett. Präziser: netter. Afrika macht etwas mit einem. Ist man vom ersten Buttertoast am Morgen bis zur Taxifahrt am späten Abend der Charmeoffensive dieser Menschen ausgesetzt, wird man so. Überschüttet von Herzlichkeit und Fröhlichkeit, fühlt man sich wertgeschätzt und wohl. Einfach glücklich.
Wir sind in Sambia, die Tage in unserer Lodge in Livingstone plätschern dahin. Am Morgen Youtube-Frühsport: Geri mit seinem bleichen Österreicher, der sich ständig das Shirt vom Leib reisst, ich gemächlicher mit Yoga und Meditation im kalten, feuchten Gras. Dann arbeiten wir an einem der wackligen Tische im schönen Garten und hören das Vogelgezwitscher in den Bäumen und das Geplapper aus der Küche. Dazwischen Cappuccino im Kubu Café, tief ins durchgesessene Sofa versunken, meine Lieblingsmusik im Hintergrund. Administratives gibts auch zu erledigen: Geld wechseln, eine lokale SIM kaufen - beides verschlingt Stunden. Aber am Schluss klappts irgendwie immer, und Zeit haben wir ja zur Genüge.
Heute Morgen erzählt mir Joy, die Rezeptionistin, dass sie frühmorgens von einem hektischen Rumpeln erwacht sei: Acht (!) ausgewachsene Elefanten standen in ihrem Garten, sie hatten bereits die Früchte ihres Baums verschlungen und plünderten genüsslich ihr Gemüsebeet. Sie amüsiert sich köstlich, als ich ihr erzähle, dass bei uns der Salat auch von Tieren weggefressen wird (imfall). Nämlich von Schnecken.
Ein Abenteuer steht heute Geri bevor: Er muss sich die Haare schneiden lassen. Beim Vorbeigehen an Coiffeursalons suchen wir auf den Plakaten jeweils eine passende Frisur für ihn aus. Mal schauen, ob er heute Abend so aussieht wie Lenny (zumindest auf dem Kopf)! 😎

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