Chobe-Nationalpark: Afrika pur
Botswana liegt nur eine knappe Autostunde von Livingstone entfernt. Wir haben die Gelegenheit benutzt, um einen Tagesabstecher in den Chobe-Nationalpark zu machen. Er ist 10'500 km2 gross und liegt in Namibias Caprivizipfel, der die vier Länder Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe vereint. Für mich ists einer der schönsten, wenn nicht sogar der schönste Nationalpark, den ich je besucht habe. Vor vier Jahren waren wir hier, die Erwartungen waren entsprechend hoch. Im Park leben über 120'000 Elefanten, aber auch Raubkatzen, Antilopen, Zebras, Hippos, Krokodile. Er liegt am Chobe River, was zusätzlich zur Safari zu Land eine zu Wasser möglich macht.
Mit dem offenen Jeep brausten wir durch den roten Sand, über den Fluss im Blick das Ufer Namibias. Schon bald sahen wir erste Elefanten. Teilweise so nah, dass unsere Rangerin uns strikt befahl, sie bloss nicht zu berühren. Denn gross ist die Versuchung, die Hand nach ihnen auszustrecken.
Löwensichtungen sind auf Game Drives immer ein besonderes Highlight, aber diese übertraf alle unsere Erwartungen: Eine Löwin lag mit zwei Jungen unter einem Baum, komatös schlafend, offensichtlich vollgefressen von ihrem Zmittag: Hinter ihnen lag ein angefressenes Kudu. Die Raubtiere streckten sich zwei Meter von unserem offenen Fahrzeug entfernt im Schatten aus. Auch hier galt: Hände im Jeep lassen und bloss nicht aufstehen. Denn Löwen nehmen einen Jeep mit sitzenden Menschen als ungefährliches Ganzes wahr, sobald sie aber eine einzelne Person sehen, gilt sie als Gefahr. Respektive als Beute. Gut, diese Löwen hier waren pappsatt. Aber vielleicht würden wir ja als Dessert durchgehen.
Am Nachmittag gings auf den Chobe River mit einem kleinen Boot. Das Gefühl, über den Fluss zu gleiten, Elefanten schwimmen zu sehen, dem scheinbar grinsenden Krokodil am Ufer in die Augen zu schauen, die Vögel kreischen zu hören und den lauen Wind auf der Haut zu spüren, ist für mich Afrika pur. So eins mit dem Universum fühle ich mich selten. Mit sandigen Haaren und einem Herzen zum Bersten voll mit Freude und Glück sind wir abends in unsere Lodge zurückgekehrt.






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