Hoffnung schenken
Als es sich abzeichnete, dass wir das Abenteuer Afrika tatsächlich starten würden, habe ich über eine Plattform eiligst ein paar Englischlektionen gebucht, um die paar über die Jahre verstaubten Sätze wieder aufzufrischen. Daraus entstand dieser wunderbare Zufall. Esther, meine Lehrerin, wuchs in Simbabwe auf. Und: Ihre Eltern wohnten nur eine Autoviertelstunde von unserem Airbnb entfernt.
Am Vorabend unserer
Abreise aus Harare habe ich sie besucht. Sie empfingen mich mit einer Wärme und
Herzlichkeit, die mich tief berührte. Ganz selbstverständlich öffneten sie ihr
Zuhause für mich: Ich komme aus einem anderen Teil der Welt, wir kannten uns
vorher nicht – und doch fühlte es sich an, als wäre ich ein alter Freund der
Familie. Der Tisch war gedeckt mit unzähligen vegetarischen Köstlichkeiten.
Victoria, die Mutter
von Esther, setzt sich seit vielen Jahren mit grossem Engagement für
benachteiligte Menschen ein. Für Kinder ohne Schulbildung, Frauen in ländlichen
Regionen, Gefängnisinsassen und Familien in schwierigen Lebenssituationen.
Sie sagt: «Bildung ist
der einzige Weg, wie Menschen ihr Leben nachhaltig verändern können.» Dieser
Satz ist gerade in Afrika von besonderer Bedeutung. Gemeinsam mit ihrer
Kirchengemeinde besucht sie zudem Gefängnisse, organisiert Gottesdienste,
verteilt Kleidung und Lebensmittel und macht den Menschen Mut, neu anzufangen.
Für sie verdienen alle eine zweite Chance.
Sie hat in all den
Jahren auch gelernt, dass es keinen Sinn macht, den Menschen nur Geld zu geben.
«Sie brauchen Begleitung, damit für sie auch wirklich eine Zukunft entstehen
kann.»
Heute träumt Victoria
davon, eine Stiftung und eine weitere Schule aufzubauen. Mit den Einnahmen aus
selbst entwickelten Produkten möchte sie ihre sozialen Projekte langfristig
finanzieren und noch mehr Menschen Hoffnung schenken.
Kommentare