Soweto-Markt
Seit ein paar Tagen sind wir in Lusaka und geniessen die Annehmlichkeiten unseres schönen Hotels. Dazu gehören Müesli mit frischen Früchten zum Zmorge, Cappuccino aus einer richtigen Kaffeemaschine, gewaschene Kleider und funktionierendes Wifi.
Damit uns nicht zu wohl wird, haben wir uns diese Woche in das Gewusel des Soweto-Markts gewagt. Wir haben unseren Taxifahrer am Tag zuvor gebeten, uns zu begleiten, denn alleine sollte man das als Weisse nicht tun.
Die Fahrt führte uns durch die Slums Lusakas. Gladwell, unser Taxifahrer, hatte zuvor Fenster verschlossen und Türen des Autos verriegelt. Es war schlimm. Menschen, die in kaputten Wellblechhütten vor sich hinvegetieren, überall Müll, Dreck, Gestank. Viele torkelnde Gestalten, gezeichnet von Alkohol und anderen Drogen. Mehrmals wurde gegen unsere Scheiben gepoltert. Mittendrin schwangere Frauen und kleine Kinder, die im Dreck sitzen. Ein unbeschreibliches Elend. Gladwell erklärte, dass die Regierung die Slums eigentlich abreissen und anständige Häuser bauen möchte. Aber es ist bei der Option geblieben, es gibt kein Geld. Just a side note: Gerade wurde Sambias neuer alter Präsident in einer aufwändigen Zeremonie vereidigt. Wenn ich mir vorstelle, was diese Inauguration gekostet hat und wie viel man mit diesem Geld hätte tun können für die Menschen hier ...
Der Soweto-Markt besteht aus 7000 "Ständen", also sehr einfachen Auslagen. Hier werden Gemüse, Früchte, Fische, Raupen (en Guete!) und Kleider sowie Schuhe angeboten. Lautsprecher plärren ohrenbetäubend laut die Preise in die Menge, mit grossen Schubkarren werden Waren transportiert und dabei wird alles flachgewalzt, was im Wege steht. Dazwischen Tausende von Menschen, die verkaufen, einkaufen, ihre Ware anpreisen. Riesige Müllberge, auf die alles gekippt wird, was nicht verkauft werden konnte, ein unglaublicher Gestank liegt über allem.
Wir haben uns in der Gluthitze tapfer an Gladwells Fersen geheftet, immer etwas in Panik, wir könnten ihn aus den Augen verlieren. Wir hätten alleine unmöglich wieder hinausgefunden.
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| Soweto-Markt im Herzen Lusakas |
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| 7000 Verkäuferinnen und Verkäufer |
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| Menütipp: Raupen an Weissweinsösseli |
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| Den Gestank bei 35 Grad muss man sich dazudenken |




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